Wie wird eine MS diagnostiziert?
Bei der schubförmigen MS können Seh-, Gefühls-, Gleichgewichtsstörungen, Spastik (starke Muskelverspannungen), Schmerzen, akute Lähmungen und Blasenstörungen als Symptome einer Erkrankung des zentralen Nervensystems auftreten. Wenn diese Symptome auf verschiedene Lokalisationen im Gehirn und Rückenmark hinweisen und wenn sie mehrere Male, im Abstand von einigen Tagen, Wochen oder Monaten aufgetreten sind, weisen sie recht deutlich auf eine Multiple Sklerose hin.
Um klinisch sicher die Diagnose einer schubförmigen Multiplen Sklerose stellen zu können, müssen zwei oder mehr Entzündungsstellen und ein oder mehr Schübe aufgetreten sein.
Das bedeutet, dass zur sicheren Diagnose einer MS in verschiedenen neurologischen Systemen Symptome oder Entzündungsherde bestehen müssen (z. B. Gefühls- und Sehstörungen oder Lähmungen, Gleichgewichts- und Blasenstörungen). Dies weist darauf hin, dass Entzündungen an verschiedenen Lokalisationen im Zentralnervensystem vorhanden sind. Weiter können bereits früher Symptome aufgetreten sein. Weitere Schübe können sich durch neue Symptome bemerkbar machen oder auch still verlaufen.
Es gibt aber auch andere neurologische Erkrankungen (z. B. Neuroborreliose/ Zeckenkrankheit) die ein ähnliches Erscheinungsbild haben können. Deshalb muss die MS durch die typischen Merkmale im MRI (Magnet-Resonanz–Tomographie) und allenfalls mit einer Rückenmarkspunktion (= Lumbalpunktion) bestätigt werden.
Bei der primär chronisch progredienten MS treten die gleichen Symptome auf, jedoch schleichend, sich langsam verstärkend. Sie sind deshalb anfangs häufig nicht eindeutig und werden lange verkannt. Auch hier sind das MRI und die Lumbalpunktion für die Diagnosestellung hilfreich.
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