Entscheidungsgrundlagen
Bei unsicherer Diagnose, zum Beispiel einem einmaligen Schub mit einem einzelnen milden Symptom bzw. einzelnem kleinen Entzündungsherd im zentralen Nervensystem (klinisch isoliertes Syndrom, CIS) kann mit der Therapie zugewartet werden, bis die Diagnose gesichert ist. In bestimmten Situationen, wenn eine Frühtherapie notwendig oder wünschenswert ist, bei einem Entzündungsherd an neurologisch sensibler Stelle, bei starken klinischen Ausfällen, kann sofort damit begonnen werden, wenn Zusatzkriterien eine MS wahrscheinlich erscheinen lassen. Ansonsten sollte mit einem MRI einige Monate später kontrolliert werden, dass nicht klinisch unbemerkte Schübe mit neuen Entzündungsherden im Zentralnervensystem aufgetreten sind.
Bei einer eindeutig diagnostizierten MS mit zwei oder mehr Entzündungsherden im MRI und Hinweisen auf einen früheren Schub, ist es sinnvoll und notwendig, baldmöglichst mit einer immunmodulierenden Therapie zu beginnen. Je früher die Therapie begonnen wird, desto effizienter ist die Wirkung.
Alle Präparate der Basismedikamente werden als Spritze verabreicht. Auch wenn es abschreckend wirken kann, mit einer Spritze eine Injektion zu machen, so gewöhnt man sich rasch daran. Wichtig ist, dass jemand Ihnen zu Beginn die richtige Technik im Umgang mit dem Spritzen zeigt. Bei guter Verträglichkeit und gutem Verlauf stellt das Spritzen im Alltag keine Behinderung dar. Der längerfristige Gebrauch ist ein wirksamer Schutz gegen weitere Schübe.
Die Erfahrungen mit den Präparaten der Basismedikation erstrecken sich nunmehr über mehr als 10 Jahre, daher stellen diese eine gute Therapieoption für die Langzeittherapie dar. In jedem Fall sollten Sie die für Sie geeignete Therapie mit Ihrem Neurologen besprechen.
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